Tradition trifft Moderne – Neue Wege im Einzelhandel

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Bedingt durch meinen Beruf gehe ich die Einkaufsstraßen im In- und Ausland, egal ob privat oder geschäftlich, immer mit besonders offenen Augen entlang. Inspiration findet sich ja – gerade im Handel und in der Konsumgüterindustrie – buchstäblich an jeder Straßenecke.

Neulich war ich für einige Tage in Hamburg, einer Stadt, die mich aufgrund ihrer individuellen Handelskonzepte und hohen Innovationskraft immer wieder anzieht. Auch dieses Mal wurde ich nicht enttäuscht und habe wieder etliche spannende Bekanntschaften gemacht.

In Hamburg-Eppendorf sind mir zwei mutige und sehr engagierte Gründerinnen aufgefallen, die den Nerv der Zeit treffen.

Carolin Meyer von CARO functional food erkannte den Trend hin zum Gesundheitskult und versorgt die Eppendorfer nun mit allerlei Produkten rund um die Körperoptimierung. Das Spektrum reicht vom klassischen „Muckibuden“-Eiweißpulver über Detox-Tees bis hin zu gesundem Convenience Food, Smoothies und Säften.

Obwohl erst kürzlich eröffnet, unterhält CARO bereits eine Kooperation mit einem großen amerikanischen Sportartikelhersteller. Die Mitarbeiter kommen im Outfit der Marke daher, und die verkauften Produkte lassen sich auch alle mit deren Fitness-App scannen und auswerten. Interessant, wie Sportartikelhersteller durch derartige Kooperationen mit Kleinunternehmen ihre Fühler in Richtung Wellness und Nutrition ausstrecken.

Das zweite Konzept, das mir aufgefallen ist: Little Department Store. Sylva Kairies hat im April ihren liebevoll gestalteten Concept Store eröffnet und verkauft nun auf wenigen Quadratmetern Fläche Mode und ausgesuchte Accessoires. Ein tolles Einkaufserlebnis dank sympathischer Beratung. Ich habe ohnehin den Eindruck, dass Boutique-Konzepte wieder vermehrt im Kommen sind und die Kunden eine feine Vorauswahl an Produkten schätzen und nicht mehr auf der Suche nach dem größtmöglichen Sortiment sind.

Beide Damen scheinen einen guten Riecher für die Bedürfnisse der Kunden zu haben und sind bemüht, diesen ein nahtloses Einkaufserlebnis zu ermöglichen. Problemlos kann in den Shops schon heute telefonisch bestellt werden. Darüber hinaus arbeiten beide Stores an individuellen E-Commerce-Lösungen, auf deren Umsetzung ich sehr gespannt bin. 

Nur ein paar Straßen weiter dann das Gegenprogramm. Ein alteingesessener Spielzeugladen mit einem Topsortiment und absolut kompetentem Verkaufspersonal. Ein stationärer Handel im besten Sinne des Wortes. Aber eben auch ein stationärer Handel der alten Schule. Beim Aussuchen der Mitbringsel für meine Kinder kam ich mit der Verkäuferin ins Gespräch. Ob man denn bei so hoher Sortimentskompetenz auch versenden würde, fragte ich sie. Als Antwort erhielt ich: Es gebe den Laden jetzt seit 90 Jahren und Versandhandel – geschweige denn e-Commerce – mache man schon aus Prinzip nicht.  

Das finde ich sehr schade; ich hoffe, dieses Prinzip lässt den Spielwarenladen auch noch die nächsten 90 Jahre überstehen. 

An diesen Beispielen sieht man deutlich, wie im Handel alt und neu, Tradition und Moderne aufeinanderprallen. Meiner Meinung nach wird sich bei dem Tempo, in dem die Branche momentan vorangeht, sehr schnell zeigen, welche Konzepte auch zukünftig tragfähig sind.  

Ich freue mich auf die Diskussion mit Ihnen.

Ihr Thomas Harms

 


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