Raus aus der Comfort Zone! Wie die Konsumgüterbranche ihr Gleichgewicht wiederfindet

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Können Sie sich an Jenga erinnern? Das ist das Spiel mit den Holzklötzchen, die man erst zu einem Turm aufbaut und dann reihum herauszieht, in der Hoffnung, nicht den ganzen Turm einstürzen zu lassen.

Interessanterweise gerät das ganze Gefüge meist dann aus der Balance, wenn man einen vermeintlich unkritischen Baustein erwischt. Schaue ich mir die Konsumgüterbranche aktuell an, kommt sie mir mancherorts ebenfalls wie ein Wackelturm vor.

Seit Jahren wächst das Maß an Unsicherheit in der Branche. Die Variablen, die in unternehmerische Entscheidungen einfließen müssen, verändern sich ständig und nehmen gefühlt permanent zu.

Meines Erachtens bilden zwei Faktoren die Triebfedern dieser Entwicklung:

Kunden steigern ihre Erwartungen stetig und verlangen heute das ultimative Konsumerlebnis – personalisiert, bequem und nahtlos vernetzt.

Daneben drängen neue, zum Teil branchenfremde Anbieter in den Markt und machen den etablierten Unternehmen Marktanteile streitig. Diese Entwicklung spiegelte sich ganz aktuell auch an der Börse wider: Zalando als reiner E-Commerceler ist seit dieser Woche der wertvollste Handelskonzern Deutschlands.

Das Problem für die „Alteingesessenen“: Die Neuen sind oftmals innovativer und agiler. Daraus entstehen neue, starke Geschäftsmodelle. Diese fordern traditionelle Denkweisen heraus und beschleunigen die Geschwindigkeit, in der Entscheidungen getroffen werden müssen. Die bewährten Stellschrauben zur Steigerung des Wachstums erzielen nicht mehr den gewünschten Effekt.

Aus dem Jengaturm der Konsumgüterbranche wurden in den letzten Jahren etliche kritische Bausteine gezogen – viele Unternehmen sind daher aus dem Gleichgewicht geraten.

EY hat dazu Anfang 2016 eine Umfrage unter 300 Entscheidern aus der Konsumgüterbranche durchgeführt. 73% der Interviewten gaben an, dass nachhaltiges Wachstum in der Konsumgüterbranche heute schwieriger zu erreichen sei als noch vor 10 Jahren. 72% glauben, dass die nötigen Entscheidungen einschneidende Veränderungen an ihrem Geschäftsmodell erfordern. 81% der Befragten sind sich sicher, diesen Wandel nur dann umsetzen zu können, wenn sie zukünftig mutigere unternehmerische Entscheidungen treffen, als sie es bislang getan haben.

Folgende Fragen sollten sich die Unternehmer der Branche meiner Meinung nach nun dringend stellen:

  • Wie sieht das richtige Gleichgewicht von Wachstum und Marge für mein Unternehmen aus?
  • Wie schaffe ich es, den Kunden und dessen Bedürfnisse an den Anfang- und Endpunkt jeder unternehmerischen Entscheidung zu stellen?
  • Ist meine Supply Chain auch in Zukunft leistungsfähig und wenn nicht, wie wird sie es?
  • Was ist der entscheidende Funke, der nachhaltiges Wachstum befeuert?

Mir ist durchaus klar, dass Antworten auf diese Fragen die Konsumgüterbranche grundlegend verändern können. Aber die etablierten Unternehmen müssen raus aus ihrer Comfort Zone und jetzt die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft richtig stellen. Andernfalls zieht die Konkurrenz vorbei.

Wie das gelingt, diskutiere ich gerne mit Ihnen!

Ihr Thomas Harms


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