Zu Gast in der meistbesuchten Mall der Welt

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Kürzlich war ich mal wieder in den USA für ein begeisterndes Golfevent, den Ryder Cup, der in diesem Jahr in der Nähe von Minneapolis stattfand. Ich bin noch immer von der atemberaubenden Atmosphäre und dem großartigen Sportsgeist beeindruckt. Leider hat unser Team am Ende verloren, aber darum geht es jetzt ja nicht.

In Minneapolis habe ich die Mall of America besucht, die Vorzeige-Mall in den USA und das angeblich meistbesuchte Einkaufszentrum der Welt. Es ist eine interessante Mischung aus Einkaufstempel und Freizeitpark mit Indoor-Achterbahn. Auf vier Etagen finden sich alle Highstreet-Marken, die die USA zu bieten haben; manche mit beeindruckenden Flagshipstores wie beispielsweise von American Girl und Lego, manche mit mehreren Shops und sämtlichen Formaten, die die Marke zu bieten hat.

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 Fotos: Thomas Harms

Mein erster Eindruck: Die Mall ist hell, freundlich, blitzsauber und die Gänge sind abwechslungsreich gestaltet. Sie hören: Ich bin leicht zu begeistern. Mein zweiter Gedanke: Warum kann ich das eigentlich alles so genau sehen? Weil ich an diesem Mittwochnachmittag gegen 16 Uhr fast alleine in der riesigen Mall bin. Ab dem zweiten Level fallen dann auch vermehrt leerstehende Flächen auf.

In den Geschäften war der Service, wie in Amerika gewohnt, hervorragend; die Verkäufer sehr zuvorkommend und auskunftsfreudig. Als einziger und interessierter Kunde konnte ich mich so richtig austoben.

Der Tenor aller Verkäufer, mit denen ich mich unterhalten habe, war, dass die Besucherzahlen in den letzten Jahren erheblich zurückgegangen seien. Nur noch an den Wochenenden sei die Mall voll, dann kommen die Familien mit den Kindern von außerhalb. Für die Einheimischen (immerhin sind die Twin Cities – Minneapolis und St. Paul – eine Metropolregion mit knapp drei Millionen Einwohnern) lohne sich der Besuch nicht mehr. Zu viele Outlets und kleinere Malls in der Nähe machen der riesigen Mall of America Konkurrenz. Der Onlinehandel tut sein Übriges dazu. Und selbst die jungen Amerikaner haben offensichtlich eine bessere Freizeitbeschäftigung gefunden, als in Malls abzuhängen.

Erst letzte Woche habe ich an dieser Stelle ja von der rückläufigen Entwicklung im Modebereich berichtet. Die ist auch in den USA zu beobachten und trifft gerade die fashionlastige Mall of America besonders hart.

So kämpft also auch einer der meistgefeierten Einkaufstempel der Welt um seine Daseinsberechtigung.

Ein ganz anderes Bild bot sich mir dagegen beim Ryder Cup. Nicht gähnende Leere wie in der Mall, sondern Schlangen von Menschen, die sich vor dem riesigen Merchandise-Store auf dem Eventgelände drängten, um überhaupt Einlass zu finden. Drinnen eine ähnliche Lage: Hunderte von Kauflustigen, die die heißbegehrten Waren ergattern wollten. Die Verkäufer waren nur damit beschäftigt, schnell wieder nachzuräumen. Am Checkout gab es 60 Kassen, an denen man dann wieder geduldig anstand, um seine Trophäen zu bezahlen. Die Umsetzung des Stores war perfekt durchdacht: Direkt neben dem Ausgang gab es einen Shipping Service für diejenigen, die so viel eingekauft hatten, dass es nicht mehr in den Koffer passte, sowie einen Aufbewahrungsservice, sodass man mit den Tüten nicht aufs Green musste. So geht Eventvermarktung richtig!

Insgesamt war meine Reise in die USA mal wieder voller Anregungen – so vielfältig kann Handel sein, und das fasziniert mich immer wieder aufs Neue.

Ich freue mich auf die Diskussion mit Ihnen!

Ihr Thomas Harms


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