Süßes oder Saures – Das Geschäft mit Halloween

Es ist schon so eine Sache mit den Trends und Traditionen. Bis vor einigen Jahren, noch gar nicht lange her, hat in Deutschland kein Hahn nach Halloween gekräht. Da hat man allenfalls die Amerikaner belächelt, die ihre Vorgärten als Friedhöfe dekorierten und in albernen Kostümen durch die Straßen zogen.
Sobald sich Ende Oktober nähert, kann man heute auch in Deutschland kaum mehr ein Geschäft betreten, das nicht mit Plastikskeletten und Spinnenweben dekoriert ist. Man stellt auch besser eine Schale mit Süßigkeiten an der Eingangstür bereit, um nicht den Zorn verprellter Grundschüler auf sich zu ziehen und ein rohes Ei an der Hauswand zu riskieren.


Es ist wie mit dem Valentinstag oder dem Super-Bowl-Sonntag auch – Traditionen aus dem anglofonen Raum werden bereitwillig übernommen, wenn’s einen Grund zu feiern gibt. Gerade die Konsumgüterhersteller und den Handel freut das – sie springen als Erste auf den Zug mit auf.
Und das Geschäft mit Halloween ist nicht unattraktiv: Rund 200 Millionen Euro werden nach Schätzungen der Fachgruppe Karneval im Deutschen Verband der Spielwaren-Industrie (DVSI) jährlich rund um Halloween umgesetzt. Für die Süßwaren-, Spielwaren- und Verkleidungsbranche hat sich die Gruselparty längst zum zweiten Höhepunkt des Jahres nach der Karnevalssaison entwickelt. Schleppende Verkäufe im Frühjahr können so durch Halloween ausgeglichen werden. Auch die Gastronomie und Diskothekenbetreiber freuen sich über einen Anlass mehr im Jahr, der die feierwütigen Massen anlockt. Ganz zu schweigen von den Kürbisbauern, die im Oktober den Großteil ihrer Ernte loswerden – auch wenn der dann ausgehöhlt auf der Fensterbank landet.

So geht Halloween richtig: Bäckerei in der Innenstadt von Palma de Mallorca

Doch ist das Ende des Hypes vielleicht schon in Sicht? Nur 38 Prozent der Befragten einer Studie glauben, dass sich Halloween auch weiterhin fest in Deutschland etablieren wird. Und auch bei den Anbietern – gerade den Kostümherstellern – herrscht Skepsis, ob die Konsumlust auf Halloweenartikel stabil bleibt. Klar: Wer einmal die nötige Zombieausstattung im Kleiderschrank hat, ist erst einmal versorgt. Und ohnehin sieht ja nicht jeder dem Halloweenabend freudig entgegen: Ein Viertel der Befragten gab an, sich aufgrund der dauerklingelnden Kinder an Halloween schon einmal zuhause versteckt zu haben.

Was auch immer Sie heute Abend machen, ob Sie ausgehen oder so tun, als seien Sie nicht zuhause – ich wünsche Ihnen einen schönen „All Hallows Eve“!
Ihr Thomas Harms

 

 

Quellen:

Wirtschaftswoche (30.10.2015): Das Geschäft mit dem Grusel-Fest

Statista (2015): Halloween in Deutschland

 

 

 


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