Lichterglanz und klingende Kassen

Deutsche geben 2016 mehr für Geschenke aus als im Vorjahr – und das bevorzugt im stationären Handel

istock-493706507

Sobald es auf Weihnachten zugeht, gehört für meine Familie und mich ein gemeinsamer Weihnachtsmarktbesuch mit anschließender Shoppingtour in der City einfach dazu.

Sieht aber so entspanntes Einkaufen aus? Wohl nicht. Menschenmassen schieben sich durch die Innenstädte, in den Geschäften und Restaurants ist es proppenvoll, und Taschendiebe haben Hochsaison. Was sich für die Einen nach Höchststrafe anhört, versetzt die Anderen so richtig in Weihnachtsstimmung.

So schwer sich der stationäre Handel gemeinhin gegen die Onlinekonkurrenz tut – in der Weihnachtszeit hat seine große Stunde geschlagen. Da kann Brick-and-Mortar nämlich die volle Bandbreite seiner Vorzüge ausspielen: Fachkundige Beratung, die bei der Wahl des richtigen Weihnachtsgeschenks unterstützt; tolle Aktionen sowie eine stimmungsvolle Dekoration in den Geschäften, die nicht nur Kinderaugen leuchten lassen.

Viele Konsumenten legen beim Geschenkekauf vor Weihnachten ihre Schnäppchenmentalität ab. Sie sind eher als das restliche Jahr über bereit, sich auf das Einkaufserlebnis einzulassen, und sind empfänglicher für Atmosphäre und Ambiente.

Sieben von zehn befragten Personen einer aktuellen EY-Umfrage gaben entsprechend an, ihre Weihnachtsgeschenke lieber im Fachhandel als im Netz einzukaufen. Denn auch wenn im Netz alles 24/7 verfügbar und die Auswahl vermeintlich größer ist: Wer einmal an einem Adventssamstag in einer Postfiliale in der Schlange stand, um Pakete abzuholen, weiß, dass es spätestens dann mit der Bequemlichkeit des Onlineshoppings vorbei ist.

Als Argumente für einen Einkauf im Fachgeschäft wurden besonders häufig die direkte Verfügbarkeit der Ware (70 %), die gute Beratung (73 %) sowie die bessere Beurteilungsmöglichkeit der Produkte (84 %) genannt. Darüber hinaus freuen sich 45 % der Befragten über „Weihnachtsaktionen“ in den Geschäften bzw. Innenstädten und empfinden dies als weiteren Anreiz für den Shoppingtrip in die City.

Aber Vorsicht ist geboten – Online holt auch im Weihnachsgseschäft immer mehr auf. Der Anteil derer, die bevorzugt Online einzukaufen oder verschiedene Kanäle nutzen, ist in diesem Jahr so hoch wie noch nie. Der stationäre Handel muss sich also mehr denn je auf seine Stärken besinnen.

EY Weihnachtsgeschäft 2016 Deutschland

Und was dürfen wir dann in diesem Jahr unter dem Tannenbaum erwarten? Über die Hälfte der Befragten (54 %) will Geldgeschenke oder Gutscheine verschenken, gefolgt von Büchern und Lebensmitteln – nicht besonders kreativ, aber damit liegt man zumindest meistens nicht ganz falsch. Überraschend für mich war, dass nur 17 % der Befragten Unterhaltungselektronik verschenken wollen; da hätte ich mit deutlich mehr gerechnet. Generell lässt sich sagen, dass die Präferenz für Geldgeschenke und Gutscheine in dem Maß steigt, in dem sich das Kaufverhalten junger Konsumenten verändert. Die ältere Generation weiß nämlich immer seltener, was sie Jugendlichen schenken soll – denn in deren digitaler Welt kennt sie sich meist nicht so gut aus.

Was auch immer letztlich unter der Tanne liegen wird: Auch in diesem Jahr sind die Deutschen bereit, zu Weihnachten tief in die Tasche zu greifen. Durchschnittlich 266 € wollen die Befragten 2016 für Geschenke für die Lieben ausgeben. Das hört sich doch vielversprechend an – für die Händler und Beschenkten gleichermaßen. 

Genießen Sie die Vorweihnachtszeit!

Ihr Thomas Harms

 


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s