Ode an die Bequemlichkeit – Die Deutschen und ihre Leidenschaft für Convenience Food

Liebe Leser des EY Consumer Blogs,

meine besten Wünsche für ein glückliches, erfolgreiches und gesundes neues Jahr! Ich freue mich, wenn Sie uns auch 2017 gewogen bleiben – es gibt viele spannende Themen aus der Welt der Konsumgüterindustrie und des Handels, über die es sich an dieser Stelle zu diskutieren lohnt.

Denn die Konsumgüterbranche wird auch 2017 nichts von ihrer Dynamik einbüßen.

Das ist mir unter anderem wieder bewusst geworden, als ich kurz nach dem Jahreswechsel den Ernährungsreport des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) „Deutschland, wie es isst! 2017“ in die Hände bekommen habe. Der Report befasst sich mit den Essgewohnheiten der Deutschen und auch damit, wie sich dies in deren Einkaufsgewohnheiten niederschlägt.

Die Ergebnisse sind auf den ersten Blick wenig überraschend: Die Deutschen legen zunehmend Wert auf die Regionalität, Qualität und Nachhaltigkeit der Lebensmittel. Andererseits hat die Zahl derer, die noch regelmäßig selbst kochen, im Vergleich zum Vorjahr sogar noch abgenommen (von 41 % auf 39 %). Entsprechend stieg die Zahl derer, die gern einmal zu Fertigprodukten greifen, deutlich von 32 % auf 41 % an.

Convenience ist also in meinen Augen ein Thema, das uns 2017 stark beschäftigen wird. Doch wie passt es zusammen, dass die Deutschen auf der einen Seite Wert auf Qualität und gesunde Ernährung legen, auf der anderen Seite aber beherzt bei Fertig- oder Convenienceprodukten zugreifen?

Das scheint nur auf den ersten Blick ein unvereinbarer Gegensatz zu sein: Convenience Food hat sein anrüchiges Image längst abgelegt und umfasst heute viel mehr als Tütensuppe und Dosenravioli. Der Begriff Convenience füllt sich nämlich gerade mit völlig neuem Inhalt: Gesunde, innovative und zeitsparende Produkte werden geschaffen, um dem alltäglichen Bedarf der Verbraucher gerecht zu werden.

Als Folge boomen gerade die Lieferdienste, die versprechen, die Nahrungsmittelzufuhr so bequem wie möglich zu gestalten. Dabei reicht ihr Angebot von der fertigen Rezeptbox, in der sich alle Zutaten vorportioniert für die Mahlzeit befinden, bis hin zu fertig zubereiteten Mahlzeiten – geliefert direkt vor die Haustür.

Doch auch die klassischen Lebensmittelhändler beugen sich zunehmend den veränderten Lebensumständen und kommen der Bequemlichkeit der Konsumenten mit mehr Convenience-Angeboten entgegen.

Wer sich heute die Convenience-Regale der einschlägigen Supermarktketten und Discounter ansieht, findet eine immense Auswahl an gesunden To-go-Varianten. Quinoa-Bowl, Salattheke, grüne Smoothies, eine Sushibar, in der ein Sushimeister die Gerichte frisch zubereitet – das kannte man bis vor ein paar Jahren nur aus dem angelsächsischen Raum.

Und weil es nicht nur gesund sein soll, sondern auch schnell gehen muss, warten immer mehr große Lebensmittelhändler gerade im innerstädtischen Bereich mit eigenen Convenience-Shop-Formaten auf, in denen das Sortiment vornehmlich aus Produkten besteht, die zum schnellen Verzehr gedacht sind. Amazon setzt dem Ganzen dabei die Krone auf: Im Frühjahr 2017 soll der erste „Amazon Go“-Supermarkt eröffnet werden, der die Einkäufe der Kunden digital über eine App tracked und somit gänzlich ohne Kassensysteme auskommt. Rein, raus, Mittagessen in der Tasche, ohne hinter einem Großfamilieneinkauf an der Kasse anstehen zu müssen.

Ich bin mir sicher, dass wir 2017 starke Innovationen im Bereich der Retail-Technologien sehen werden, und erwarte, dass sich auch beim Online-Angebot der Lebensmittelhändler einiges tut. Wenn es um Convenience geht, kommt man daran nicht vorbei; die bequeme Lieferung der Einkäufe nach Hause ist etwas, das mehr und mehr Konsumenten künftig einfach voraussetzen. Gerade auf diesem Gebiet müssen die deutschen Händler ihre Hausaufgaben noch machen.

Ich jedenfalls bin sehr gespannt, welche Entwicklungen wir im Convenience-Bereich in diesem Jahr beobachten können. Let‘ s see how convenient it can get!

Ich freue mich auf die Diskussion  mit Ihnen!

Ihr Thomas Harms


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