Am Kap der guten Hoffnung – Storetour durch Kapstadt

Ein Gastbeitrag von Florian Huber, Leiter der Transaktionsberatung im Bereich „Consumer Products & Retail“

An aerial image showcasing Capetown South Africa.

In diesem Sommer blickt die Konsumgüterwelt nach Berlin, wo vom 20.–23. Juni der diesjährige Global Summit des Consumer Goods Forum stattfindet. Ich werde auch in diesem Jahr wieder dabei sein und freue mich auf spannende Tage in der Hauptstadt.

Der letztjährige Summit fand in Kapstadt, Südafrika statt. Darüber habe ich bereits an dieser Stelle berichtet. Da es mein erster Besuch überhaupt in Afrika war, habe ich es mir natürlich nicht nehmen lassen, mir die lokale Handelslandschaft genauer anzusehen.

Eines fällt dem Besucher sofort auf: Die Stadt strotzt nur so vor Energie. Durch den Mix verschiedener kultureller Einflüsse, von Tradition und Moderne, entsteht eine unvergleichliche Dynamik. An jeder Ecke sprießen Pop-up-Stores, Food und Art Markets aus dem Boden, in bzw. auf denen Mini-Entrepreneure zusammen ihre kreativen Produkte anbieten. Das sieht auf den ersten Blick einfach aus, gezahlt wird dann allerdings an der iPad-Kasse.

Und trotzdem erscheint Kapstadt auch wie ein Paradoxon: Im edlen Einkaufszentrum V&A Waterfront fühlt man sich direkt zu Hause, ist das Angebot von 400 Shops doch beinahe identisch in jeder deutschen Großstadt zu finden. Nur einige Kilometer weiter hingegen kaufen die Menschen in den Townships ihre Lebensmittel in Wellblechhütten ein.

Doch ob nun in der schicken Mall oder im einfachen Corner Shop – der Stolz auf die kulturelle Identität ist den Südafrikanern anzumerken. Das zeigt sich in der Gestaltung der Läden und auch in der Produktauswahl –  und gerade daher macht es richtig Spaß, die Stadt zu erkunden.

Was den Lebensmittelhandel in Kapstadt angeht, sind mir zwei Dinge besonders aufgefallen.

Da ist zum einen das riesige Angebot an regionalen Lebensmitteln: die berühmten südafrikanischen Weine, auf welche die Einheimischen – natürlich – ganz besonders stolz sind, daneben eine imposante Auswahl an lokalen Früchten, Bison- und Kudufleisch, Seafood – nicht nur wegen der sehr ansprechenden Produktpräsentation schon für das Auge ein Genuss.

Zum anderen hat mich die Struktur des südafrikanischen Lebensmittelhandels erstaunt: 60 Prozent des Lebensmittelumsatzes im Land werden tatsächlich nicht in den einschlägigen Supermarktketten erwirtschaftet, sondern in den besagten winzigen Local Convenience Stores namens Spaza. Wie wichtig diese Minishops als Wirtschaftsfaktor in Südafrika sind, haben die Konsumgüter-Branchenriesen längst erkannt und beliefern diese Corner Shops direkt ohne Zwischenhändler.

Hier zeigt sich wieder einmal, wie wichtig es für Konsumgüterhersteller und Händler ist, die „Seele“ des lokalen Konsumenten zu verstehen. Und das passt auch zum Motto des diesjährigen Consumer Goods Forum Summit: „Global learnings from local successes“. Ich jedenfalls bin gespannt, was die diesjährige Konferenz in Berlin bringt, und freue mich auf die Diskussion mit Ihnen vor Ort!

Ihr Florian Huber

 

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Florian Huber leitet in der Transaktionsberatung den Bereich „Consumer Products & Retail“ in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Zudem verantwortet er die deutschen Aktivitäten der transaktionsnahen Strategieberatung. Neben den klassischen Themen ist Florian Huber Spezialist für Disruptive Growth, Digital Transformation und agile Entscheidungsfindung.

 

 


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