War for Talent 4.0 – der Kampf um die besten Talente

Ein Unternehmen langfristig auf Erfolgskurs zu halten ist ein andauernder Kampf. Gerade Unternehmen in der Konsumgüterindustrie und im Handel müssen in einem dynamischen und unberechenbaren Marktumfeld an vielen Fronten gleichzeitig kämpfen, um wettbewerbs- und zukunftsfähig zu bleiben. Die „Points of Pain“ sind sicherlich für jedes Unternehmen spezifisch – meiner Beobachtung nach gibt es jedoch Fragestellungen, die so gut wie jedem meiner Gesprächspartner in der Branche Kopfzerbrechen bereiten.

Wenn ich mich vor einigen Jahren mit meinen Kunden unterhalten habe, war das vorherrschende Thema noch der technologische Fortschritt und die Sorge darüber, dabei den Anschluss an die Konkurrenz zu verlieren. Hier ist das Spielfeld mittlerweile aufgeteilt – zwischen den Vorreitern, den „Late Birds“ und den Unternehmen, die chronisch hinterherhinken. Glücklicherweise sind immer mehr Unternehmen bereits heute technologisch gut aufgestellt – und stehen nun vor der Herausforderung, die aufgerüsteten Technologien auch bestmöglich zu nutzen. Und dafür braucht es in erster Linie eines: Personal, das die Regeln der neuen Realität in der Konsumgüterbranche versteht. Was nutzt das beste Data-Analytics-Tool ohne einen Analysten, der die Ergebnisse interpretieren und daraus konkrete Handlungsempfehlungen ableiten kann?

Und so ist ein neuer Kampf entfacht: der Kampf um das beste Personal. Personal, das die Möglichkeiten der Digitalisierung vollumfänglich erfassen und in eine entsprechende Unternehmensstrategie übersetzen kann.

Dass viele Unternehmen gerade damit Probleme haben, ist nicht verwunderlich. Schauen wir uns doch einmal an, wer üblicherweise Chief Digital Officer in großen Unternehmen wird. Kaliber wie ich selbst: viele Abzeichen auf der Jacke, aber vom Digital Native meilenweit entfernt. Müsste auf diesen Stellen nicht vielmehr jemand sitzen, der „Digital“ in seiner DNA trägt? Der nicht nur einen tiefen Einblick in die Materie hat, sondern auch eine Leichtigkeit im Umgang mit neuen Technologien, wie sie nur jemand haben kann, der sich nicht (oder nur dunkel) an eine Welt ohne Mobiltelefone erinnern kann. Das Problem ist in vielen Unternehmen systemimmanent: Ist das Topmanagement wirklich bereit, einem Digital Native Ende zwanzig im Board-Meeting das gleiche Mitspracherecht zu gewähren wie den altgedienten „Silberrücken“? Ich nehme an, die Antwort lautet in den meisten Fällen Nein.

Die Herausforderung besteht also nicht nur darin, das richtige Personal zu finden; eine weitaus größere Herausforderung ist es, ein Unternehmensklima zu schaffen, das innovative Kräfte zulässt und fördert. Es gilt, einen wahrhaftigen Cultural Change anzustoßen. Nur diejenigen Unternehmen, die bereit sind, diesen kulturellen Wandel zu vollziehen, haben die Chance, den War for Talent für sich zu entscheiden. In diesem Zusammenhang können sich etablierte Corporates gerade von den Playern im Start-up-Bereich etwas abschauen, denn dort gehört die Diversity im Boardroom einfach zum guten Ton. Mehr dazu, was etablierte Unternehmen von der Start-up-Szene lernen können, finden Sie in Kürze an dieser Stelle.

Was meinen Sie – brauchen wir mehr Digital Natives in den Boardrooms?

Ich freue mich auf die Diskussion mit Ihnen.

Ihr Thomas Harms


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