Das Land der Unterschiede


Aerial View of Mexico City skyline from Chapultepec Park

 

Kürzlich bin ich für einen Kundentermin um die halbe Welt gereist. Mein Reiseziel war Mexiko-Stadt. Ich verbrachte in Mexiko-Stadt zwar lediglich 48 Stunden, allerdings nutzte ich die Zeit, um so viele Eindrücke wie möglich zu gewinnen. Wie ich es mir zur Gewohnheit gemacht habe, machte ich auch in Mexiko-Stadt eine Storetour. Da ich bisher in vielen internationalen Städten unterwegs war, jedoch nie zuvor in Mexiko, war ich besonders gespannt, was mich erwarten würde. Zugegebenermaßen hatte ich vor meinem Besuch eindeutig Respekt.

Um die Storetour mit etwas Vertrautem zu beginnen, war mein erstes Ziel die Liverpool Mall. Mein erster Eindruck von der Mall war nicht außergewöhnlich. Es ist eine Mall, wie wir sie von überall her kennen. Für einen Moment vergaß ich, dass ich zu Besuch in einem der gefährlichsten Länder der Welt war. Die Mall bot alle internationalen Standards. Von Prada über Gucci – alle Luxusmarken waren dort vertreten. Mein zweiter Eindruck war, dass das Publikum besonders jung war. Überwiegend Teenager und Jugendliche besuchten die Mall. Besonders fiel mir auf, dass die Liverpool Mall ein hohes Security-Aufkommen aufweist, das den Jugendlichen wohl ein Gefühl von Sicherheit gibt. Bewaffnete Security vor Einkaufsläden und Restaurants gelten für uns zunächst als unvorstellbar – in mexikanischen Malls gehören sie zum Standard.
Nach meinem Besuch in der Liverpool Mall ging es weiter zu einem der bekanntesten Märkte der Stadt, zum Merced Market. Bereits die Ankunft auf dem Markt zeigte, dass dort ein buntes Treiben herrschte. Die vielen frischen Früchte und kulinarischen Spezialitäten weckten meine Fantasie als leidenschaftlicher Koch. Der Besuch stellte sich als ein Erlebnis heraus, dass man auf keinen Fall missen sollte.

Fruit stand

Nach dem Merced Market führte mich meine Tour in einen klassischen Supermarkt. Dort war ich durchaus überrascht, dass die Supermärkte ähnlich wie die Malls dem internationalen Standard in nichts nachstanden. Ob elektronische Preisschilder oder moderne Displays und Kassensysteme – es entsprach alles dem von zu Hause Gewohnten. Doch eines habe ich an dieser Stelle vermisst: die Einheimischen. Die Mexikaner selbst nutzen den klassischen Supermarkt wenig. Im Gespräch mit meinem Tour Guide stellte sich heraus, dass die Einheimischen am liebsten in den „mom-and-pop shops“ einkaufen, und das, obwohl die Preise dort höher sind als in den Supermärkten. Es handelt sich dabei um kleine Stores, die oftmals in Hausgaragen betrieben werden. Das Modell der „mom-and-pop shops“ ist vergleichbar mit dem des Tante-Emma-Ladens. Es ist interessant, dass dieses Konzept neben den Supermärkten wie Walmart, Target & Co. weiter bestehen kann. Das zeigt mir, dass der Fokus der Kunden weltweit auf einen guten Service und eine kuratierte Auswahl von Produkten gerichtet ist.
Im Anschluss an meine Storetour traf ich mich in Mexiko-Stadt mit meinen mexikanischen EY-Kollegen und tauschte mich mit ihnen über den Lebensmitteleinzelhandel und die aktuellen Trends aus. Wie bei uns stehen auch dort die Themen Onlinehandel, Omnichannel und Digital Stores im Mittelpunkt. Anders als in Europa ist den Mexikanern der Umgang mit Social Media noch nicht so vertraut. Das ändert sich allerdings gerade. Immer mehr Mexikaner haben Zugriff auf das Internet. Dies wird ein starkes Wachstum des Onlineshoppings, der Zugriffszahlen auf Social Media und der Streaming-Dienste zur Folge haben. Daher können wir im Bereich Retail in den kommenden Jahren mit vielen innovativen Onlinekonzepten rechnen.
Alles in allem war meine Tour wieder sehr aufschlussreich. Mir wurde klar, das Mexiko für mich als Land der Unterschiede gilt, nicht zuletzt für die Handelslandschaft, die sich im Moment noch zu beinahe gleichen Teilen aus innovativen und traditionellen Konzepten zusammensetzt.

Wie sieht der zukünftige Einzelhandel in Mexiko aus? Ich freue mich auf spannende Diskussionen mit Ihnen.

Ihr Thomas Harms

 


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