Traumjob Influencer – das derzeit lukrativste Hobby der Welt

How to apply a blushLiebe Leser des EY Consumer Blog,
der Begriff „Influencer“ ist längst nicht mehr nur für die Marketingabteilungen der Konsumgüterhersteller und Handelskonzerne von Bedeutung. Ob in den Social Media, den Tageszeitungen, Veranstaltungen oder den Shops und Cafés in den Innenstädten – überall trifft man auf das Hype-Thema. Doch was verbirgt sich eigentlich dahinter?
„Influencer“ sind, wie der Name schon sagt, Menschen die unsere Entscheidungen oder Meinungen durch ihre Auftritte im Internet beeinflussen. Sie zählen in deren Social-Media-Kanälen mehr als 20.000 Follower, weil sie Schminktipps geben, Klamotten in Szene setzen, ihr Daily Food teilen oder einfach nur hübsch aussehen. Für das Gelingen von Veranstaltungen und den Erfolg von Produktlinien sind sie mittlerweile manchmal wichtiger als Celebrities. Das lassen sie sich auch entsprechend bezahlen. Rund 250 Euro aufwärts kostet ein Foto-Post, den die Influencer bei Instagram, Facebook oder Snapchat hochladen – wobei die Bezahlung von Produktpaketen, der Anreise zu Veranstaltungen und der Hotelzimmerkosten von den Social-Media-Stars bereits grundsätzlich vorausgesetzt wird.

Doch für die Hersteller und Händler sind die Bewunderten nicht mehr wegzudenken. Sie verschaffen ihnen Zugang zu einer Zielgruppe, die für sie sonst nur noch schwer zu erreichen ist: der Generation Z. Diese jungen Menschen sehen nicht mehr fern, sondern schauen YouTube und anstelle von Zeitschriften lesen sie Blogs. Viele der Influencer sind längst junge Erwachsene geworden. Man kennt sie unter den Namen Bianca Heinicke alias BibisBeautyPalace, Farina Opuku alias Novalanalove, Laura Noltemeyer oder Lamiya Slimani – die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.
Einige von ihnen haben ihr Hobby zum Beruf gemacht und können sogar davon leben. Die 24-jährige Bianca Heinicke, deren Webauftritte unter dem Namen „BibisBeautyPalace“ Millionen Jugendliche begeistern, soll mehr als 100.000 Euro im Monat damit verdienen. Teenager stürmten in Scharen in die Filialen einer großen deutschen Drogeriekette, nachdem Bibi für sie ihren eigenen, nach Donuts duftenden Duschschaum kreiert hatte.
Neben der deutschen Drogeriekette setzt auch die größte internationale Kaffeehauskette auf Influencer-Marketing. Um ihren Ruf loszuwerden, ziemlich viel Müll zu produzieren, macht die US-Marke darauf aufmerksam, dass ihre Kunden ihren eigenen Kaffeebecher mitbringen können. Sie vermarktet die Aktion unter dem Namen „Golden Tumbler“ und greift bei der Bekanntmachung auf die Instagrammerin Caro Daur zurück. Für ihre Follower gibt es einen gravierten goldenen Kaffeebecher. Ihr erster Social-Media-Post dazu bekam bisher fast 36.000 Likes. Insgesamt hat die Kaffeehauskette 1.500 goldene Mehrwegbecher als Limited Edition in 160 Filialen verkauft. Dazu gehört ein einmonatiges Nachfüllabo – für ein Getränk der Wahl. Für den Besitzer des gravierten goldenen Kaffeebechers von Influencerin Caro Daur gibt es sogar ein ganzes Jahr lang kostenfreien Kaffee.
Und Influencer sind längst nicht mehr unbedingt weiblich. Auch Männer wie Johannes „Joe“ Laschet sind im Selfie-Fieber. Schon als Elfjähriger begeisterte er sich für Krawatten und Anzüge und wurde letztendlich damit bekannt. Mehr als 38.000 Fans überzeugen sich heute regelmäßig von seiner Geschmackssicherheit bei Instagram. Die Outfits, die Joe auf seinen Fotos trägt, erhält er größtenteils direkt von den Firmen. Im Gegenzug schreibt er unter seine Beiträge: „Products sponsored by following brands“. Ein wirklich lukratives Geschäft – und in den Augen von Joe lediglich ein Hobby.
So wie er sehen es die meisten der Social-Media-Stars. Kaum ein Influencer spricht über die Summen, die er kassiert. Was gerne als Hobby abgetan wird, hat sich längst zu einer hochprofessionellen Maschinerie entwickelt. Viele Fans bejubeln die tollen Styles und Produktvorstellungen der Influencer. Doch warum ist daraus plötzlich ein solcher Hype entstanden? Die Antwort darauf ist simpel: weil es authentisch wirkt. Die Influencer preisen auf ihren Kanälen Produkte und Marken an, mit denen sie sich 100-prozentig identifizieren können. Demnach bauen Influencer-Kooperationen eine starke Nähe zwischen Marke und Follower auf. Klar, dass Unternehmen daher gerne und oft mit Instagram-Stars werben.

Was meinen Sie? Brauchen Marken Influencer?

Ich freue mich auf die Diskussion mit Ihnen.

Ihr Thomas Harms


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