Future Consumer Now – Ein Update aus der Schweiz

Ein Gastbeitrag von Martin Gröli, Consumer Products & Retail Sektorleiter Schweiz

Liebe Leser des EY Consumer Blog,

ich freue mich, einen Gastbeitrag für den Consumer Blog schreiben zu dürfen. In den letzten Beiträgen hat Ihnen Thomas Harms bereits von unserem globalen Programm „Future Consumer Now“ berichtet. Daran werde ich anknüpfen und Ihnen nun meine Sichtweise zu dem Programm vorstellen. Future Consumer Now wird Antworten auf die wesentlichen Entwicklungen der Zukunft geben.Die Basis des Programms bilden Experteninterviews, die wir persönlich mit den globalen Branchenentscheidern geführt haben. Während der Interviews, die ich in der Schweiz geführt habe, fiel mir auf, wie stark sich das Konsumverhalten der Schweizer in den letzten Jahren verändert hat. Einerseits ist ein globales Dorf entstanden. Einkaufen bei ausländischen Internetgiganten nimmt exponentiell zu. Andererseits entstehen neue Ökosysteme und Plattformen. Die Zeiten, in denen sich Konsumentengruppen in wenige Stereotype einteilen lassen, sind definitiv vorbei. Damit sind Wachstumsprognosen und die Wertgenerierung durch starke Marken sehr viel schwieriger geworden. Und die Fragmentierung der Konsumentenbedürfnisse hat einen großen Einfluss auf die herkömmlichen Kostenstrukturen.

EY Future Consumer Now

Nach den weltweit geführten Experteninterviews haben wir 100 Hypothesen über die Zukunft aufgestellt und diese in einer Reihe von Hackathons mit Futuristen und Branchenexperten untersucht. Die Hackathons fanden insgesamt in fünf Megacitiys statt. Damit gestartet haben wir Ende des letzten Jahres in Berlin – der Stadt, die mein Team und mich dazu angespornt hat, ein Programm, wie „Future Consumer Now“ durchzuführen. Der Hackathon in Berlin war unglaublich spannend und hat uns zu völlig neuen und einzigartigen Erkenntnissen geführt. Wir haben dort drei mögliche Zukunftswelten erarbeitet, die ich an dieser Stelle kurz skizzieren möchte:

Society First: Hier haben wir uns eine Zukunftswelt vorgestellt, in der jeder in einer Stadt seine privaten Daten öffentlich zugänglich macht. So können Daten genutzt werden, um jeden Aspekt des Lebens zu optimieren – effizientere Transportsysteme, bessere Gesundheitsversorgung, bessere Bildung für alle und so weiter. Es wäre eine utilitaristische Welt. Erfolgreiche Marken wären diejenigen, die funktionalen Wert bieten.

Waste Nothing: Diese Welt ist nachhaltig und umweltfreundlich und vermeidet „übermäßigen“ Verbrauch und Verschwendung. Dies wäre eine Welt von intelligenten Häusern, städtischer Landwirtschaft und ohne Kohlenstoffbrennstoffe. Geld wäre nur ein Wertmaßstab. Der Reichtum der Gemeinschaft und ihrer Mitglieder würde auf andere Weise ermittelt, etwa wie viel Zeit die Menschen für Freizeitaktivitäten hätten oder wie glücklich sich die Menschen fühlten

Home Anywhere: Hier haben wir uns eine Welt ausgedacht, in der mehr Menschen als ungebundene Freiberufler arbeiten, wobei die alten Grenzen zwischen Haus und Arbeit erodieren. In der Tat würden sie sich „heimisch“ fühlen, wo auch immer sie sich befinden, und würden von ihren Dienstleistern erwarten, dass sie dies automatisch erkennen. Alles, was die Konsumenten benutzen oder besitzen, müsste auf ihren spezifischen Kontext und ihre Bedürfnisse zugeschnitten sein – und sie würden gern all ihre Daten mit einer Firma teilen, die das möglich machen könnte. Es entstehen optimierte Egowelten.

Vielen von Ihnen werden diese Welten heute noch sehr fern erscheinen, jedoch zeigen die Tendenzen klar, dass Daten eine zentrale Bedeutung in unserer Zukunft spielen werden. Wir stehen vor revolutionären Veränderungen. Auch die Definition von Luxus wird sich verändern. Bedeutet Luxus heute noch Geld, Tabak, Alkohol und gutes Essen, sind es morgen Daten und Zeit für Freizeitaktivitäten. Beschäftigen uns heute noch Währungskonvergenzkriterien, in der Schweiz auch als „Einkaufstourismus“ bekannt, wird es in Zukunft eine globale Währung, die algorithmisch platziert ist, geben.

Ich bin gespannt auf die weiteren Erkenntnisse unserer internationalen Hackathons und verspreche, dass wir Sie auf dem Laufenden halten. Doch nun freue ich mich auf spannende Diskussionen mit Ihnen. Welche der drei vorgestellten Welten können Sie sich am ehesten vorstellen?

Viele Grüße,
Martin Gröli


Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s